boranka hauer
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boranka hauer

Heilpraktikerin | Hypnotherapeutin | Trauerbegleiterin

Projekt Lebensende

Es ist nicht einfach sich mit seiner Endlichkeit zu befassen, insbesondere wenn man weiß, das man seine Herzensmenschen zurück lassen muss.

Doch wie kann man seine Herzenswünsche hinterlassen?

Dafür gibt es eigentlich nur einen „Leitfaden“.

Sprich mit deinen geliebten Menschen.

Über deine Hoffnungen, Sorgen, Wünsche und Ängste. 

Du gewinnst, ebenso wie deine geliebten Menschen, auch wenn Tag X schwer sein wird. 

Das das Thema enorm  beschäftigen kann, zeigt nun folgende kleine Geschichte:

Der Strubel

Es war einmal…
 
ein großes Hundereich, das von einem klugen und gütigen Herrscher regiert wurde.

Der König wurde müde und alt, er brauchte einen Nachfolger, und sein einzig Kind das Prinzesschen, einen Mann.

Bei allen edlen Hunden, die sich dem König mit viel Schmeichelei vorstellten, war er alles andere als beeindruckt, er hatte gar ein ungutes Gefühl.

Es bereitete ihm große Pein und raubte ihm des Nachts den Schlaf. Er zermartete sich sein Gehirn, wie er einen geeigneten Mann erkennen könnte.

Eines Nachts, als der König wieder rastlos durch seine Gemächer wanderte und keine rechte Lösung in Sicht war, sah er wie das sanfte Licht des Mondes auf sein Bett fiel. Er schritt zum Fenster und als er hinaus sehen wollte, erblickte er sein Spiegelbild und sprach >> O, ich brauche mich nicht mehr fürchten meine liebe Prinzessin zu verlassen << . 

Er lud nun abermals die Edlen  zum vorsprechen und vor der Audienz mit ihm, sollte jeder einzelne durch einen Spiegelsaal geführt werden.

Kaum war die Tür hinter einem Edlen geschlossen – blickte dieser sich um. Und was erwartete ihn? Hunde. Sie umringten und starrten den Anwärter an.  Machte er eine Bewegung, bewegten sich die Hunde ebenso. Das war eine unerhörte Bosheit und musste sofort beendet werden.

Die Edlen fletschten die Zähne, rollten mit den Augen, knurrten und bellten, dass das ganze Schloss erzitterte. Was waren sie heilfroh, als sich die Tür wieder öffnete und sie von dieser grauenhaften Bande erlöst waren.

So erging es allen edlen Anwärtern.

Der König war am Verzweifeln, denn der wahre Charakter, der im Spiegelsaal zutage kam, gefiel dem guten König gar nicht. Auch das Prinzesschen wurde von Tag zu Tag immer trauriger.

Der König rief nochmals – aber diesmal waren alle Männer aufgerufen.

Der kleine Strubel hörte davon und das das Prinzesschen immer traueriger sei. Das machte ihm das Herz schwer und er beschloss sich auch zu melden. Damit machte er sich zum Gespött seiner ganzen Sippe. Wie sollte ein kleiner  Strubel den großen König beeindrucken? 

Strubel nahm seinen ganzen Mut zusammen und folgte dem Aufruf. Er wurde in den Spiegelsaal geführt, die Türen schlossen sich hinter ihm und was erblickte er da?  Er stand umringt im Saal, Auge in Auge mit Hunden, die ihn aufmerksam anblickten.

Eine große Last fiel von seinem kleinen Herzen, denn jeder dieser Hunde war ein wenig hübscher als der Andere und er begrüßte alle freudig.

Es begrüßte freundlich und höflich jeden einzelnen von ihnen. Er wünschte allen Erfolg beim König und welch Freude, all diese hübschen, freundlichen Hunde taten es ihm gleich. Nur ungern trennte er sich von ihnen, als er zu seiner Audienz zum König geführt wurde.

Er trat mit klopfenden Herzen vor den König und wurde zu seiner größten Verwunderung herzlichst empfangen. Der König strahlte wie die Sonne selbst.

Bald darauf wurde Strubel, der mit dem edelsten der edlen Herzen gesegnet war, zum Nachfolger erkoren und eroberte zudem  das Herz des Prinzesschen  –

und wenn sie nicht gestorben sind,

leben sie noch glücklich und zufrieden ihr edles Leben.

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